Daniel Erdmann's Velvet Revolution

Donnerstag, 18. Oktober 2018
Kasse 19:00, Beginn 20:00 Uhr

Daniel Erdmann's Velvet Revolution
Daniel Erdmann
- Tenorsaxophon
Theo Ceccaldi - Bratsche & Violine
Jim Hart - Vibraphon

Daniel Erdmann, umtriebig als Mitglied und Co-Leader zahlreicher Bands, hat den Klang des Trios Velvet Revolution im Ohr gehabt bzw. die  Musiker dazu gesucht und schließlich gefunden, um seinen inneren Sound Realität werden zu lassen. Rund zehn Jahre nach Erdmann 3000 ist dies wieder eine Band, die gänzlich von ihm, dem Tenorsaxophonisten und Komponisten, geprägt wird. Zugleich gibt es im Zusammenspiel für die Beteiligten große Spielräume. Musik dieser Art hat mit Freiheit zu tun, mit der Freiheit der Improvisation in Relation zur Komposition, mit der Freiheit des Fühlens, des Denkens, des Wollens.

Velvet Revolution wirkt wie ein perfekter Name für dieses Vorhaben – eine Fügung, die das Sanfte mit dem Erneuernden und dem radikal Umwälzenden verbindet. Velvet Revolution wird hier zur Metapher. Diese Musik will etwas, und das spürt man.

Für die CD des Trios "A Short Moment Of Zero G" erhielt Erdmann 2017 den Echo Jazz und den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik:

"Auf diesem Album (A Short Moment of Zero G) weben der Saxofonist Daniel Erdmann und seine Mitstreiter im Trio Velvet Revolution ein filigranes Geflecht aus exakt geplanten Kompositionen und feinsinnig mit dem Material spielenden Improvisationen. Ähnlich weit gefächert ist die Ausdrucksskala der drei Musiker. So weckt Erdmanns Spiel Erinnerungen an den voluminösen Klang der Mainstream-Tenoristen wie auch an die rauen Sounds der Free-Ära. Das Spektrum des Geigers Théo Ceccaldi reicht von weichen Kantilenen bis zu rauem Kratzen, und der Vibraphonist Jim Hart steuert zarte Klangflächen und harte Impulse bei. Ein Hauch von coolem Swing und die Freude an pointillistischen Klangtupfern und unerwarteten Wendungen durchwehen die elf Stücke. Diese „samtene Revolution“ erschafft, was der Albumtitel verspricht: kurze Momente der Schwerelosigkeit." (Für den Jahresausschuss der Deutschen Schallplattenkritik: Werner Stiefele)

„Gemeinsam mit Geiger Theo ceccaldi und Vibraphonist Jim Hart geht ihm (Daniel Erdmann) ein sanfter Suspense von der Hand, der an die Soundtracks von Fellini-Filmen errinnert.“ Wolf Kampmann, Jazzthing

Theo Ceccaldi wurde 1986 in Orleans geboren und ist der aufstrebende junge Jazzmusiker Frankreichs. 2014 wurde er von Jazz Magazin in Paris als „Entdeckung des Jahres“ gefeiert. 2016 dann vom Jazz Magazin zum Musiker des Jahres gekürt. Er ist Mitglied im Orchestre National de Jazz, spielt mit seinem eigenen Trio, dem IXI Streichquartett, in Hans Lüdemanns Band TEE, dem Joelle Leandre Tentett und anderen. Er ist Mitbegründer des Tricollectifs, wo er mit seinem Bruder Valentin, dem Pianisten Roberto Negro und anderen sehr aktiv ist. 2017 wurde er in Frankreich als Neuentdeckung des Jahres mit dem renomierten Musikpreis „Victoires“ ausgezeichnet.

Jim Hart wurde 1983 in Plymouth geboren und ist einer der gefragtesten Musiker seiner Generation. Lange Zeit in London ansässig, ist er Mitbegründer des Loop Collective. Er nahm diverse CDs mit seinem Cloudmakers Trio und dem Jim Hart Quartet auf. Desweiteren spielte er (auch als Schlagzeuger) mit Kenny Wheeler, Cleo Laine und vielen anderen. Derzeit ist er Mitglied in den Bands von Julien Loureau und Marius Neset. Er gewann mehrere Britsh Jazz Awards und war mehrfach im Downbeat Readers Poll zu finden.

Daniel Erdmann 1973 in Wolfsburg geboren, lebt in Berlin und Reims, spielt seit 1983 Saxophon, studierte von 1994-1999 an der Hochschule für Musik “Hanns Eisler” in Berlin und erhielt 2001 ein Arbeitsstipendium des deutsch-französischen Kulturrats. Seitdem pendelt er zwischen Berlin und Paris.
Seit 1999 diverse CD-Einspielungen, unter eigenem Namen für Enja Records, ACT, INTAKT. Er ist Mitbegründer und Mitglied der Band DAS KAPITAL, mit der er 2011 den Jahrespreis der deutschen Schallplattenkritik erhielt.
Er spielte in ganz Europa, Asien und Nordamerika u.a. mit  Yves Robert, Aki Takase, Joachim Kühn, Ed Schuller, John Schröder, Linda Sharrock, Conny Bauer, Gebhard Ullmann, Frank Möbus, Herb Robertson, Heinz Sauer, Louis Sclavis, Vincent Courtois, Tony Buck, Axel Dörner, Rudi Mahall, Hasse Poulsen & Edward Perraud. Außerdem Zusammenarbeit mit dem Choreographen Joshua Bisset sowie den Filmemachern Nicolas Humbert und Martin Otter. Festivalauftritte u.a. North Sea Jazz Festival, Banlieues Bleues, Jazzfest Berlin, Taktlos Zürich, etc. “Daniel Erdmann ist dabei sich als einer der erfinderischsten Solisten auf den internationalen Bühnen durchzusetzen” Gerard Rouy, Jazz Magazine 2007